Quod Nigir in Nilum fluat

Nigirem fluvium cum reliquis in Libyae paludem fluentibus inde cum Gir fluvio continuari credimus, non solum nominis affinitate ducti, verum etiam partim quod tot tamque longe labentia flumina ab uno tandem lacu absoberi sine alia derivatione credibile non sit, partim, et quidem maxime, quod Solinus cap :30 et 33 Nili aquas inde produci ingenue afferat, ac latius id explicans cap:35 ex autoritate Punicorum librorum et traditione Jubae Mauritaniae regis dicat Nilum originem habere ex monte inferioris Mauritaniae qui oceano propinquat, eumque in Aegypto exundationis incrementa sentire, quando aut copiosior nix liquescens aut imbres largiores ab hac origine et Mauritaniae montibus defluxerint. Dicit autem bis eum per cuniculos subterraneos conspectum subterfugere, primum ubi e Nilide lacu effusus fuerit amplior mox e Caesariensi specu (ad Usargalam opinior montem) prorumpens, deinde iterum antequam Nigrim fluvium (qui Gir Ptolemeo dicitur) Africam ab Aethiopia sejungentem effundat. Tertio item absorberi et per subterranea e Nuba palude in aliud flumem erumpere indicat Ptolemeus lib:4 geogr: cap:6. Eadem fere quae, Solinus habet Plinio lib:5 cap9.

Daß der Niger in den Nil mündet

Wir nehmen an, daß der Nigerfluß mit den übrigen, die in das Sumpfgebiet Libyens hineinfließen, von dort durch den Fluß Gir fortgeführt wird, nicht allein durch die Ähnlichkeit des Namens veranlaßt (Ni-Gir), sondern teilweise auch, weil es unglaubwürdig ist, daß so viele und so lange Flüsse ohne jeden Abfluß von einem einzigen See aufgenommen werden. Teils auch, und das ist der Hauptgrund, weil Solinus in den Kapiteln 30 und 33 anführt, daß das Nilwasser ursprünglich von dort kommt, und weil er, dieses näher erläuternd im Kapitel 35 mit Beglaubigung durch karthagische Bücher und die Überlieferung durch König Juba von Mauretanien, sagt, daß der Nil an einem Berg des unteren Mauretanien entspringt, der in der Nähe des Ozeans liegt, und daß er in Ägypten ein Anwachsen der Überschwemmung wahrnehme, wenn entweder reichlicherer Schnee schmilzt oder dichterer Regen aus dieser Quelle und aus den Bergen Mauretaniens herabfließt. 

Er sagt aber, daß er zweimal durch unterirdische Hohlräume außer Sicht kommt, das erste Mal, sobald er nach dem Herausströmen aus dem Nilis-See bald breiter aus der Höhle von Caesarea (die ich am Usurgala-Berg vermute) herausstürzt, dann ein zweites Mal, bevor er in den Niger (den Ptolemäus Gir nennt), der Afrika von Äthiopien trennt, mündet. 

Ptolemäus sagt im 6. Kapitel des 4.Buches seiner Geographie, daß er noch ein drittes Mal verschwindet und durch unterirdische Kanäle aus dem Nuba-Sumpf als ein anderer Fluß zutage tritt. 

Etwa dasselbe wie Solinus hat Plinius (Buch 5, Kapitel 9).